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Projektsteckbrief

Titel: Fachprogramm für Recyclingplaner: „Resource Recovery – Made in NRW“
Laufzeit: 15.08.2014 – 28.02.2015
Region: Ghana, Kenia
Sektor: Abfallwirtschaft
Website: www.resource-recovery.info
Wissensplattform: www.resource-recovery.net

Hauptakteure:

  • Ghanaian Ministry of Environment, Science, Technology and Innovation (MESTI)
  • Kenya National Cleaner Production Centre (KNCPC), Nairobi

Gefördert durch Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Projekthintergrund

Fachprogramm für Recyclingplaner: „Resource Recovery – Made in NRW“

Bevölkerungszunahme und steigender Konsum führen zu rapide wachsendem Abfallvolumen und stellen insbesondere die Entwicklungsländer Afrikas vor akute Probleme. Gleichzeitig stehen die systematische Erfassung und das Recycling von Wertstoffen noch am Anfang: Oft sind es Angehörige des informellen Sektors, die unter erheblichen Belastungen für die Umwelt und die eigene Gesundheit auf Müllkippen Wertstoffe aussortieren. Angesichts der Tatsache, dass es nur wenige geordnete Deponien gibt, drängt es sich auf, einen möglichst hohen Anteil der Wertstoffe zu recyceln. Zudem stellt das Recycling von Wertstoffen eine wichtige Einkommensquelle sowie einen relevanten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz dar. Moderne Recyclingverfahren können deutlich höhere Effizienz bei der Rückgewinnung von Wertstoffen erreichen und tragen mit verbessertem Management der Kreislaufwirtschaft zur Reduzierung von Umweltbelastungen und Gesundheitsrisiken bei.
Hier setzt das Fachprogramm für Führungskräfte aus Ghana und Kenia an, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit finanzieller Unterstützung der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW, durchgeführt wird.
Das Fachprogramm „Resource Recovery – Made in NRW“ richtet sich an Teilnehmer-Tandems, das heißt an Recyclingplaner und deren Vorgesetzte in öffentlichen Behörden und privaten Unternehmen des Abfallwirtschaftssektors in Ghana und Kenia. Im Rahmen des Projekts wird zudem der Aufbau von Recycling-Kooperationen zwischen Ghana, Kenia und NRW gefördert. Dabei soll geprüft werden, welche Recyclingproduktion in Ghana oder Kenia geleistet werden kann und wo eine Behandlung in NRW sinnvoll wäre, um beispielsweise eine adäquate Entsorgung toxischer Substanzen zu gewährleisten.

Ziele des Projekts

Die Teilnehmer verfügen über ein praxisorientiertes Erfahrungswissen, das sie in die Lage versetzt, in ihrem Zuständigkeitsbereich vorhandene Recyclingpotenziale zu erkennen und nachhaltig zu verwerten. Dabei nutzen sie gezielt in NRW verfügbare Kompetenzen und Recyclingstrukturen. „Resource Recovery – Made in NRW“ greift die Eine-Welt-Strategie des Landes NRW auf, indem es über gesteigerte Ressourceneffizienz zum Klimaschutz beiträgt und unter Einbeziehung von Kompetenzen aus NRW den Aufbau geeigneter Recycling-Strukturen in den Partnerländern fördert. Langfristig kommen die aufgebauten Kompetenzen der Bevölkerung in Ghana und Kenia zugute, weil deren Lebensverhältnisse durch eine Reduzierung der Umwelt- und Gesundheitsschäden bei der Entsorgung toxischer Materialien verbessert werden.

Projektaktivitäten

Die Programmaktivitäten vermittelten den Recyclingplanern aus Ghana und Kenia eine Einführung in das deutsche System der Kreislaufwirtschaft anhand praxisorientierter Beispiele in NRW-Kommunen. Dabei wurden die einzelnen Schritte der Abfalltrennung, -sammlung und –verwertung erläutert und bei Betriebsbesuchen gut nachvollziehbar präsentiert.

Den Teilnehmern aus Ghana und Kenia wurde ein möglichst breites Spektrum an Verwertungsoptionen aufgezeigt, das von Papier-, Glas-, Metall-, Kunststoff-, Holz-, Plastikrecycling über die Verarbeitung organischer Abfälle zu Kompost und Biogas bis zur Entsorgung von Elektronikschrott viele Wertstoffe berücksichtigte. Komplettiert wurde der Radius der Fachexkursionen mit Besuchen von Deponien und Müllverbrennungsanlagen. Diese wurden allerdings als kostenintensive Notlösungen präsentiert, der alle umsetzbaren Rückgewinnungen vorzuziehen sind.

Am Fachprogramm in NRW, das vom 16.11.2014 bis zum 13.12.2014 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 22 Recyclingplaner aus ghanaischen und kenianischen Unternehmen und Institutionen teil (davon 13 aus Ghana, 9 aus Kenia). Die Absolventen haben verschiedene Recyclingoptionen kennen gelernt, können nun deren Vor- und Nachteile realistisch einschätzen und wissen, welche Voraussetzungen für hochwertige Rückgewinnung erfüllt sein müssen. In Abstimmung mit ihren Arbeitgebern haben sie Projektideen definiert, um diese nach ihrer Rückkehr im Jahr 2015 zu implementieren.

Mit „Resource Recovery – Made in NRW“ wurde ein wechselseitiger Lernprozess initiiert. Die Teilnehmer aus Ghana und Kenia sollten – auch im Dialog untereinander – die neuen Methoden und Techniken auf ihre Anwendbarkeit in den Rahmenbedingungen ihrer Herkunftsländer prüfen. Im Anschluss an das Programm in NRW informieren sie als Multiplikatoren ihre Mitarbeiter in Ghana und Kenia über die in Deutschland erworbenen Kenntnisse und implementieren beispielhaft neue Verfahren in der Praxis.

„Resource Recovery – Made in NRW“ ist als „Tandem-Fortbildung“ konzipiert. Um die Nachhaltigkeit des Programms zu erhöhen, wurden neben den Recyclingplanern auch deren vorgesetzte Entscheidungsträger systematisch in den Programmablauf mit eingebunden. Zur Unterstützung eines kontinuierlichen Erfahrungsaustauschs zwischen den Programmteilnehmern aus Ghana und Kenia wird aktuell eine Wissens- und Kooperations-Plattform mit einer Datenbank zum Themenspektrum der Kreislaufwirtschaft eingerichtet.

Partner und Akteure

  • Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. (BVSE)
  • Ghanaian Ministry of Environment, Science, Technology and Innovation (MESTI)
  • Informations- und Demonstrationszentrum erneuerbare Energien e. V. (I.D.E.E.)
  • Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA)
  • Kenya National Cleaner Production Centre (KNCPC)
  • Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV)
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV)

Gefördert durch

mbem

Durchgeführt von

landesbuero-de-kl

Partner und Akteure