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Projektsteckbrief

Titel: Qualifizierung ghanaischer Nachwuchsjournalisten
Laufzeit: Frühjahr 2012- Frühjahr 2013
Region: Ghana und NRW
Sektor: Demokratieförderung

Hauptakteure:

  • Deutsche Welle Akademie
  • Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus
  • Landesanstalt für Medien NRW (LfM)

Gefördert durch Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Projekthintergrund

Qualifizierung junger Journalisten von Hochschulradios in Ghana

Als eine der erfolgreichsten Demokratien in Afrika hat Ghana ein vergleichsweise freiheitliches und gut entwickeltes Mediensystem. Das meist genutzte Informationsmedium ist das Radio. 90 bis 95 Prozent der Ghanaer sind regelmäßige Hörer der derzeit rund 250 Radiosender des Landes. Die Beliebtheit und das vielfältige Angebot spiegeln allerdings nicht den großen Bedarf wider, die journalistische Qualität und Professionalität in der Berichterstattung – gerade mit Blick auf essentielle ethische Grundregeln des Journalismus – zu verbessern. Eine besondere Rolle kommt hier der Förderung des Nachwuchsjournalismus zu, die in Ghana stark ausbaufähig ist. Hochschul- oder Campusradios sind eine wichtige Säule der Journalismusausbildung: sie tragen mit ihrem Hörfunkangebot nicht nur selbst zur Medienvielfalt bei, sondern dienen auch als Lernort, Erfahrungsplattform und Übungsfeld für junge Nachwuchsjournalisten. In Ghana gibt es bislang noch vergleichsweise wenige Hochschulradios, und die meisten können ihr Potenzial aufgrund begrenzter technischer Mittel und mangelnden journalistischen Know-hows kaum ausschöpfen.

Ziele des Projekts

Kernziel des Projekts „Qualifizierung junger Journalisten von Hochschulradios in Ghana“ war die Förderung des Nachwuchsjournalismus durch praxisorientierte Qualifizierungen von jungen Radiomachern ghanaischer Hochschulradios. Die erworbenen Kompetenzen sollten über die Campusradios als wichtige Lernorte und Erfahrungsplattformen an Nachwuchsjournalisten weitergegeben werden und die Journalistenausbildung in Ghana dadurch langfristig stärken. Gleichzeitig zielte das Projekt darauf ab, die Hörfunkangebote der Hochschulradios selbst zu verbessern und dadurch zur Medienvielfalt und –qualität sowie zur Demokratieförderung in Ghana beizutragen.

Die enge Zusammenarbeit ghanaischer und nordrhein-westfälischer Campusradiomacher sollte zudem den NRW-Journalisten ermöglichen, wertvolle Praxiserfahrung in der Medienentwicklungszusammenarbeit und im Auslandsjournalismus zu bekommen. In diesem Zusammenhang stellte das Projekt auch einen wichtigen Beitrag zur Schärfung der interkulturellen Kompetenzen im internationalen Journalismus dar. Darüber hinaus wurden die Vernetzung und die institutionelle Verankerung ghanaischer Hochschulradios über das Projekt gefördert. Dabei konnten die Stärken und Erfahrungen der Campusradiolandschaft in Nordrhein-Westfalen genutzt werden.

Mit dem Projekt wurde beabsichtigt, die Partnerschaft zwischen NRW und Ghana zu stärken und speziell durch die Förderung einer länderübergreifenden Vernetzung im Mediensektor zu bereichern.

Die Qualifizierung der Hochschulradios stand ganz im Zeichen der Förderung von Governance, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als Grundlage für gutes Regierungs- und Verwaltungshandeln – eines der sechs strategischen Handlungsfelder der Eine-Welt-Strategie des Landes NRW. Das Projekt intensivierte die Partnerschaft zwischen Ghana und Nordrhein-Westfalen nicht nur im Mediensektor, sondern stärkte zugleich die Kooperation von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen beider Länder.

Projektaktivitäten

Kern des Projekts bildeten zwei praxisorientierte Fortbildungen im Werkstattformat, sogenannte MediaLabs, die Anfang 2013 in Nordrhein-Westfalen und in Ghana stattfanden. Im Mittelpunkt stand dabei die Produktion professioneller Radiobeiträge, bei der die acht Vertreter der beteiligten Campusradios aus Ghana in Produktionstandems mit jeweils einem Kollegen der acht beteiligten Nachwuchsjournalisten vom Campusradio ElDoradio der TU Dortmund kooperierten.

Experten-Trainings der Deutsche Welle Akademie und der Landesanstalt für Medien NRW lieferten hierfür das notwendige Know-how zu journalistischem Arbeiten sowie zu den Themen Radioproduktion und –management. Für die journalistische Gesamtbetreuung sorgte das Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus der TU Dortmund. Der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer stand bei einer Reihe gemeinsamer Workshops bei Hochschulradios in Ghana im Mittelpunkt. Die sechs beteiligten ghanaischen Radiosender – Focus FM und Mynd FM aus Kumasi, ATL FM und Eagle FM aus Cape Coast, Radio Windy Bay aus Winneba und Radio Univers aus Accra – erhielten zudem eine professionelle Ausstattung für die Produktion von Radiobeiträgen.

Die gemeinsamen Radioproduktionen widmeten sich dem inhaltlichen Schwerpunkt „Umwelt und Energie“ – ein Thema, das sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Ghana von großer Bedeutung ist. Während des NRW-Trainings stand daher unter anderem ein Besuch bei der Energieagentur NRW in Düsseldorf auf dem Programm, während in Ghana etwa der Akosombo-Staudamm besucht wurde, ein ambitioniertes energiepolitisches Projekt mit Wasserkraftwerken.

Durch die Einbindung des Verbands der unabhängigen Radios in Ghana (GIBA) konnten die Projektaktivitäten zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch auch für eine künftig stärker institutionell verankerte Netzwerkbildung ghanaischer Hochschulradios nutzbar gemacht werden.

An der TU Dortmund wurde parallel im Wintersemester 2011/2012 ein spezielles Seminar zum Thema „Medien in der internationalen Zusammenarbeit“ angeboten, das die Projektteilnehmer auf die MediaLabs vorbereitete und spezifische Aspekte der interkulturellen Kommunikation vermittelte.

Partner und Akteure

  • ATL FM Cape Coast
  • Deutsche Welle Akademie
  • Eagle FM Cape Coast
  • ElDoradio Dortmund
  • Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus
  • Focus FM Kumasi
  • Landesanstalt für Medien NRW (LfM)
  • Mynd FM Kumasi
  • Radio Windy Bay Winneba
  • Radio Univers Accra
  • Stadt Dortmund (Umweltamt)

Gefördert durch

mbem

Durchgeführt von

landesbuero-de-kl

Partner und Akteure