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Projektsteckbrief

Titel: Partnerschaft zum Aufbau von Kapazitäten in der Arbeits- und Umweltmedizin in Ghana
Laufzeit: 2016 – 2018
Region: Ghana / Accra
Sektor: Umwelt und Gesundheit
Website: www.resource-recovery.info/de/ausstellung

Hauptakteure:

  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule/Institut für Arbeits- und Sozialmedizin
  • University of Ghana/Abteilung Biological, Environmental and Occupational Health Sciences


Gefördert durch
Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen,
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Projekthintergrund

Partnerschaft zum Aufbau von Kapazitäten in der Arbeits- und Umweltmedizin in Ghana

Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand und veränderte Konsumgewohnheiten führen in Ghana zu immer größeren Mengen an Elektro- und Elektronikabfällen (E-Schrott). In Ghana fehlt jedoch eine leistungsfähige Abfall- und Recyclingwirtschaft, die eine umwelt- und sozialverträgliche Verwertung und Entsorgung dieser Abfälle gewährleisten kann. Die unsachgemäße Entsorgung und Verwertung von E-Schrott durch den informellen Sektor führt daher zu beträchtlichen Umweltschäden und Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung des Landes. Gleichzeitig stellt die E-Schrott-Verwertung durch den informellen Sektor eine wichtige Einkommensquelle für ärmere Bevölkerungsschichten dar.

Der Schrottplatz Old Fadama in Accra – weltweit bekannt unter dem Namen Agbogbloshie – ist Synonym für das informelle Recycling von E-Schrott. Er gilt als einer der zehn am stärksten verseuchtesten Orte der Welt. Ohne jegliche Schutzmaßnahmen wird dort von ungelernten Arbeitern der E-Schrott zerlegt, damit sie an die Wertstoffe gelangen. Was nicht als Wertstoff für den Verkauf genutzt werden kann, wird vor Ort verbrannt. Böden, Grundwasser, Flüsse und das Meer werden hierdurch mit Schwermetallen und Umweltgiften stark belastet. Über frei laufende Rinder, Ziegen, Hühner gelangen diese wiederum in Nahrungsmittel. Die mit dem informellen Recycling verbundenen gesundheits- und umweltschädigenden Auswirkungen werden in Ghana wenig thematisiert, u. a. weil wissenschaftliche Kompetenzen in der Umwelt- und Arbeitsmedizin in Ghana fehlen.

Ziele des Projekts

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, im Rahmen einer Fachkooperation zwischen der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH Aachen) und der University of Ghana handlungsorientierte Kompetenzen in der Arbeits- und Umweltmedizin aufzubauen, um fundierte Analysen zu gesundheitlichen Risiken in Ghana erstellen, alternative Handlungsoptionen empfehlen und sachorientierte politische Entscheidungen vorbereiten zu können. Damit wird Ghana dabei unterstützt, mittelfristig die Potenziale arbeitsintensiver Verfahren der Kreislaufwirtschaft auf umwelt- und sozialverträgliche Weise als Beitrag zur Armutsbekämpfung nutzen zu können.

Projektaktivitäten

Das Projekt knüpft dazu an die im Rahmen der Ghana-NRW-Partnerschaft angebahnte Kooperation zwischen der Abteilung Biological, Environmental and Occupational Health Sciences (BEOHS) an der School of Medicine der University of Ghana und dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Uniklinik der RWTH Aachen an. Im Mittelpunkt des Kooperationsvorhabens steht der informelle Recyclingsektor in Ghana und dessen gesundheits- und umweltschädigende Auswirkungen. Zum Aufbau von fachlichen Kompetenzen für den Nachweis von Schwermetallen im Menschen wird am BEOHS ein Labor für Arbeits- und Umweltmedizin eingerichtet und ghanaische Laborfachkräfte werden für den Einsatz im Labor durch praxisorientierte Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert.   Zum Austausch von Know-how zwischen der University of Ghana und der RWTH Aachen wird zudem gemeinsame Feldforschung betrieben und ein wissenschaftliches Austauschprogramm für Lehrkräfte und Studierende durchgeführt. Als weitere Maßnahme wird ein Gesundheitsposten zur Erstversorgung von Unfällen und Krankheiten sowie zur Beratung zum vorbeugenden Arbeitsschutz in Old Fadama eingerichtet.

Um die Ziele langfristig abzusichern, arbeitet das Vorhaben eng mit dem BMZ-finanzierten Programm „Nachhaltiges Management von E-Schrott in Ghana“ zusammen.

Partner und Akteure

  • Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Uniklinik der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule
  • Abteilung Biological, Environmental and Occupational Health Sciences (BEOHS) an der School of Medicine der University of Ghana

Gefördert durch

mbem

Gefördert durch

Durchgeführt von

landesbuero-de-kl

Partner und Akteure