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Projektsteckbrief

Titel: Kommunales Abfallmanagement in Kumasi
Laufzeit: Frühjahr 2012 – Frühjahr 2013
Region: Ghana und NRW
Sektor: Umwelt

Hauptakteure:

  • Environmental Protection Agency Ghana (EPA)
  • Ghanaian Ministries of Local Government and Rural Development
  • Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST)
  • Stadtverwaltung Kumasi

Gefördert durch Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Projekthintergrund

Vernetzung und Austausch für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Die steigenden Bevölkerungszahlen Ghanas sowie die zunehmende Urbanisierung und wirtschaftliche Entwicklung stellen das Land vor wachsende Herausforderungen. Dies trifft besonders auf die städtischen Ballungsgebiete zu, in denen das Wachstum sowie veränderte Produktions- und Konsummuster eine Verschärfung der Abfallproblematik nach sich ziehen. Die für die Abfallwirtschaft zuständigen Kommunen sind den komplexer werdenden Anforderungen der Entsorgung von Haushalts- und anderen Siedlungsabfällen kaum gewachsen. So fehlt es an Management-Know-how, Praxiswissen und der erforderlichen Infrastruktur, um die steigenden Abfallmengen und neue Abfallsorten adäquat zu entsorgen. Die bestehenden Sammel- und Lagerkapazitäten reichen nicht aus, so dass die Entsorgung ein beständiges Problem für die Stadtverwaltungen darstellt. Studien des ghanaischen Umweltministeriums zeigen, dass nur 40 % der städtischen Bevölkerung des Landes für den Abfall-Abholservice registriert sind. Die Folge sind wilde Abfallablagerungen und unsachgemäß entsorgter Abfall. Daraus resultieren wiederum gravierende Umweltschäden und erhebliche Gesundheitsbelastungen gerade im Kreis der armen Bevölkerungsschichten. Sowohl die Organisation als auch die Finanzierung der Sammlung und Entsorgung des Abfalls bereiten den zuständigen Behörden große Schwierigkeiten. Es fehlt an qualifiziertem Fachpersonal und finanziellen Ressourcen, um die flächendeckende Abfallentsorgung zu gewährleisten und eine hygienisch unbedenkliche Lebensumgebung für die Bevölkerung zu schaffen. Ein weiterer Grund für die problematische Entsorgungslage ist der geringe Bildungsstand bei großen Teilen der Bevölkerung hinsichtlich der Gefahren, die von einer ungeordneten Abfallentsorgung ausgehen, sowie das daraus resultierende fehlende Umweltbewusstsein. Insgesamt fehlt es den Kommunen an Konzepten für die städtische Abfallproblematik, für ein effektives kommunales Abfallmanagement sowie für die Vermeidung und Wiederverwertung von Abfall.

Ziele des Projekts

Das Projekt „Kommunales Abfallmanagement in Kumasi“ zielte darauf ab, am Beispiel der Stadt Kumasi handlungsorientierte Strategien und Konzepte für effektives Abfallmanagement ghanaischer Stadtverwaltungen zu entwickeln. Als Voraussetzung dafür sollte zunächst ein gemeinsames Problemverständnis der beteiligten Akteure entwickelt werden, um sodann die kommunalen Strukturen im Bereich der Abfallwirtschaft durch die Bündelung lokaler Kompetenzen und die Vermittlung des erforderlichen Fachwissens gezielt stärken zu können.

Auf diese Weise wurde deutlich gemacht, dass bereits mit wenigen Mitteln eine Trendumkehr eingeleitet und eine signifikante Verbesserung des städtischen Abfallmanagements erzielt werden kann. In diesem Zusammenhang sollte auch die Wiederverwertung von Abfällen gefördert und ein Beitrag zur effizienteren Nutzung von Ressourcen geleistet werden. Langfristig war beabsichtigt, die aus dem unzureichenden Abfallmanagements resultierenden Gesundheitsbelastungen und Umweltschäden zu reduzieren und dadurch die Lebensgrundlagen insbesondere der armen und marginalisierten Bevölkerungsschichten in Ghana nachhaltig zu verbessern.

Das Projekt soll einen Beitrag zur Eine-Welt-Strategie Nordrhein-Westfalens leisten und knüpft vor allem an die Handlungsfelder Klimaschutz sowie gutes Regierungs- und Verwaltungshandeln an. Das Fachwissen und die langjährigen Erfahrungen nordrhein-westfälischer Akteure im kommunalen Abfallmanagement sollen dabei nutzbringend in Wert gesetzt werden und zur Vernetzung Nordrhein-Westfalens und Ghanas in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beitragen.

Projektaktivitäten

Die erste Projektphase konzentrierte sich auf die Verbesserung des kommunalen Abfallmanagements in der Stadt Kumasi in Ghana. Um dort nachhaltige Veränderungsprozesse initiieren zu können, wurden zunächst im Rahmen einer Projektvorbereitungsmission die Teilhabe und breite Unterstützung der relevanten Akteure und Entscheidungsträger vor Ort sichergestellt. So wurden neben der Stadtverwaltung Kumasi, der zuständigen Regionalregierung und staatlichen Ministerien sowie der nationalen Umweltagentur auch das Könighaus der Provinz Ashante, private Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen wie die Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) und zivilgesellschaftliche Organisationen wie lokale NGOs, Schulen und Medien in das Projekt eingebunden.

Im Anschluss an die erste Projektphase fand ein einwöchiger Multistakeholder-Dialog mit mehr als 40 Vertretern der genannten Akteure aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und aus der traditionellen Stammesstruktur statt. Hier wurden die dringendsten Bedarfe der lokalen Abfallwirtschaft analysiert und erste Handlungsprioritäten identifiziert, um die städtischen Dienstleistungen der Abfallbeseitigung in Kumasi effektiver umzusetzen zu können. Die breite Beteiligung der unterschiedlichen Partner und Akteure vor Ort sicherte dabei die bestmögliche Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen im Prozess der Lösungsfindung. Vertreter des vom deutschen Bildungs- und Forschungsministerium (BMBF) finanzierten Projekts „Megacities“ konnten zudem wichtige Erfahrungen und Perspektiven aus ihrem Vorhaben einbringen; denn im Rahmen des Projekts wurden mögliche Lösungs- und Handlungsansätze zu den wesentlichen Problemen von Metropolregionen untersucht und dabei unter anderem auch der Abfallsektor betrachtet. Die wichtigsten Ergebnisse des Multistakeholder-Dialogs wurden in fünf Workshops mit den Beteiligten konkretisiert und, vor allem mit der Stadtverwaltung Kumasi, in spezifische Handlungsoptionen kanalisiert. In einem Stakeholder-Austausch in Nordrhein-Westfalen wurden die Ergebnisse auch mit Partnern aus NRW reflektiert und mögliche Beteiligungen der NRW-Akteure an der weiteren Zusammenarbeit diskutiert.

Die gewonnenen Erkenntnisse des Projekts, insbesondere das gestärkte Problemverständnis im kommunalen Abfallmanagement, die Bündelung lokaler Kompetenzen und die Entwicklung erster strategischer Handlungsansätze sind als wertvolle Grundlagen für vertiefende Analysen und weiterführende Aktivitäten in das Folgeprojekt „Klima- und Ressourcenschutz zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in Ghana“ eingegangen.

Partner und Akteure

  • Ashanti Regional Coordinating Council (ARCC)
  • Environmental Protection Agency Ghana
  • Ghanaian Ministries of Local Government and Rural Development
  • Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Kumasi
  • Stadt Kumasi

Gefördert durch

mbem

Durchgeführt von

landesbuero-de-kl

Partner und Akteure